DR350SE Neuaufbau der etwas anderen Art

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blechbieger
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Re: DR350SE Neuaufbau der etwas anderen Art

Beitrag von blechbieger »

Ah okay,
toqunare hat geschrieben: 10.08.2026 20:45 ...Wenn man das technisch anders nennt, könnt ihr mich gerne korrigieren. Mit „Feinwuchten“ meine ich in diesem Fall die präzise Ausrichtung der beiden Kurbelwellenzapfen, sodass sie exakt fluchten und die Kurbelwelle sauber und taumelfrei läuft. ...
naja, feinwuchten ist (für mich?) eigentlich was anderes, aber ich denke wir meinen das gleiche mit taumelfrei ausrichten.
toqunare hat geschrieben: 11.08.2026 15:26 ...dass es für die Suzuki Eiger 400 ein günstiges chinesisches Nachbau Zylinderkit gibt...
Hatte mir das bei den Amis auch schon häufiger mit angesehen,
rein optisch scheint das aus der gleichen Fabrik wie die "Niche"-Aftermarket Zylinder zu kommen.
toqunare hat geschrieben: 11.08.2026 15:26 ...Kolbenhemd:
Hier kam Cerakote MicroSlick zum Einsatz. Diese Beschichtung ist speziell für mechanisch belastete Bauteile ausgelegt und soll den Reibungskoeffizienten zwischen Kolbenhemd und Zylinderlaufbahn reduzieren. Gerade an dieser Stelle ist eine möglichst geringe Reibung natürlich interessant. ...
Beschichtete Kolbenhemden find ich gut.
Die thermischen Sperrbeschichtungen find ich zwar optisch hübsch
aber sehe da bei einer DR350 keinen Nutzen, ehrlichgesagt.
Soll dich aber bitte nicht aufhalten.

Welche Schichtdicke hat das schlußendlich auf dem Hemd
und ist das nur eine Einlaufbeschichtung oder bleibt die erhalten?
Passt du anschließend das Kolbenspiel neu an oder bleibt das so?
Ist der Zylinder fertig gehont, auf welches Maß, wenn das ankommt?
Würde mich interessieren was man da kauft.

Für die Eiger 400 (in echt auch keine 380cm²) gäbe es noch OEM- Kolben.
Die sollen thermisch deutlich formstabiler sein, laut den Amis.

Weitermachen :good:
toqunare
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Re: DR350SE Neuaufbau der etwas anderen Art

Beitrag von toqunare »

Hallo Belchbieger,

Laut den technischen Vorgaben von Cerakote wird das Kolbenhemd zunächst feingestrahlt, um eine geeignete Oberfläche für eine zuverlässige Haftung der Beschichtung zu schaffen. Anschließend wird MicroSlick in zwei sehr dünnen Schichten aufgetragen.

Die dabei entstehende Gesamtschichtdicke ist so gering, dass bei korrekter Anwendung normalerweise keine relevante Veränderung des Kolbendurchmessers und damit auch keine nennenswerte Beeinträchtigung des vorgesehenen Laufspiels zu erwarten ist.
MicroSlick ist als dauerhafte Gleitbeschichtung für mechanisch belastete Bauteile ausgelegt und soll während des gesamten Betriebs zu einer Verringerung der Reibung zwischen Kolbenhemd und Zylinderlaufbahn beitragen.

Ich habe bereits mehrere Kolben meiner Motorräder mit MicroSlick beschichtet, und die entsprechenden Motoren sind anschließend auch problemlos gelaufen und haben bereits einige Kilometer absolviert. Bisher hatte ich jedoch noch keinen dieser Motoren wieder geöffnet, um die Beschichtung nach längerer Laufleistung zu kontrollieren und den tatsächlichen Verschleiß beziehungsweise den Zustand der Beschichtung zu dokumentieren.

Zylinder und Kolben zu vermessen wäre natürlich interessant, einfach um zu sehen, mit welchen Toleranzen die Chinesen das Zeug ausliefern. Ich muss mal schauen, ob ich hier irgendwo eine Werkstatt finde, die das entsprechende Messwerkzeug hat.
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Re: DR350SE Neuaufbau der etwas anderen Art

Beitrag von blechbieger »

Find ich ja "mutig" so ein Nachbaukit für 50$ mit feinster Neuware zu bestücken
und von den Laufmaßen kpl. ungeprüft einzubauen.

Ich habe mir deine vorherigen Bilder von den beschichteten Teilen nochmal angesehen.
Dabei sind mir zwei Dinge aufgefallen:

Es sieht so aus als ob du die Sitzringe vollständig, inklusive Mantelfläche für den Ventiltellersitz beschichtet hast?
Falls nicht, ignorier diese Frage.
Wenn das aber so ist, kann das nicht im Sinne des Erfinders einer "thermalen Sperr"Beschichtung sein,
denn gerade das Auslassventil will einen beachtlichen Teil seiner Wärme auch an den Sitzring abgeben.
Diese sollten in jedem Fall nachgeschnitten oder freigeläppt werden.

Das andere wäre ein Vorschlag,
warum beschichtest du die Lagerstellen der Nockenwelle im Kopf nicht auch mit dem MicroSlick?
Gerade da würde sich das anbieten, wenn das nur Tausendstel Schichtdicke hat.
Selbst wenn das dicker wäre (erst testen!),
könnte man den ZKopf auf einer kleinen Honmaschine problemlos vorher entsprechend vorarbeiten.
Alle Laufflächen der (neuen) Nockenwelle würde ich mit feinster Stahlwolle von den Härtebadresten befreien.
Kombiniert wäre das - tribologisch betrachtet - eine echte Verbesserung für die Langzeithaltbarkeit.
Oder ist die NW beschichtet?
Schwer zu erkennen, zumindest auf den Nocken selbst
sollen solche Beschichtungen der extremen Flächenpressung angeblich allgm. nicht stand halten.
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Re: DR350SE Neuaufbau der etwas anderen Art

Beitrag von toqunare »

Ich würde es ehrlich gesagt nicht mutig nennen, so einen Nachbau zu verbauen. Auch wenn es Billigkram ist, vertraue ich darauf, dass das Laufspiel grundsätzlich passt. Und wenn man sich anschaut, wie die Chinesen mittlerweile qualitativ aufholen, habe ich da eigentlich keine Bedenken.

Die Beschichtung wurde natürlich so aufgetragen, dass die thermische Wärmeableitung des Ventils über den Ventilsitz weiterhin gewährleistet ist.

Die Nockenwellen-Lagerstellen mit MicroSlick zu beschichten, habe ich mir auch schon überlegt. Bei diesem Projekt habe ich es aber noch einmal gelassen, da ich momentan schlicht keinen Zugriff auf die passenden Messwerkzeuge habe.Die Nockenwelle ist eine neue Standard-Suzuki-Nocke, ohne irgendwelche Beschichtungen von mir.
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Re: DR350SE Neuaufbau der etwas anderen Art

Beitrag von toqunare »

Hallo Zusammen,

Die Kurbelwelle ist nun endlich auch taumelfrei gerichtet und somit fertig für den Einbau.

Bild

Leider hat sich der Zusammenbau des Motors etwas verschoben. Beim Vorbereiten der Lager für die Tiefkühltruhe und dem Beschriften der einzelnen Verpackungen, welches Lager wohin gehört, ist mir aufgefallen, dass Suzuki mir aus welchem Grund auch immer zwei linke Kurbelwellenlager geschickt hat :crazy: :crazy: :crazy: .
Daher musste ich das rechte Lager noch einmal nachbestellen.
Sobald dieses in den nächsten Tagen ankommt, kommt es zusammen mit dem restlichen Material ebenfalls in die Tiefkühltruhe. Dann ist alles vorbereitet, um die Lager ins Gehäuse einzusetzen und mit dem eigentlichen Zusammenbau des Motors zu beginnen.
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Re: DR350SE Neuaufbau der etwas anderen Art

Beitrag von toqunare »

Hallo Zusammen,

Die Gehäusehälften kommen für eine halbe Stunde bei 180 °C in den Backofen, während die Lager über Nacht ins Tiefkühlfach kommen.

Bild

Bild

Das vereinfacht die Montage der Kugellager im Gehäuse unglaublich. Die Lager flutschen einfach rein, ohne dass man herumhämmern oder herumwürgen muss. Das ist besser fürs Gehäuse, für die Lagersitze, für die Lager – und letztendlich auch für einen selbst.

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Re: DR350SE Neuaufbau der etwas anderen Art

Beitrag von Dr. Knut »

Ich nehme immer die Lager, vor dem Einfrieren, aus der Packung damit sie noch schneller montiert werden können.
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Re: DR350SE Neuaufbau der etwas anderen Art

Beitrag von toqunare »

Hallo,

Die Gabel ist inzwischen ebenfalls montiert. Verbaut wurden Race Tech Emulators und Federn, neue originale Suzuki Gleitbuchsen und Simmerringe. Befüllt ist die Gabel mit 10er Gabelöl, Air Gap 145 mm.

Bild

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Re: DR350SE Neuaufbau der etwas anderen Art

Beitrag von Dumbo 2004 »

Wenn meine Frau die Faltenbälge sehen könnte, würde sie SOFORT Moped fahren lernen :banana: :banana: :banana:
Bis dann dann
Dumbo


Der, der mit Hajo´s Hillclimb-Bitch
den Hillclimb 2006 in Dreckenach gewonnen hat, ihn sich 2008 erneut erkämpft hat, 2009 wieder die größte Weite erziehlt hat, von dem Damenteam überrollt wurde, und somit den Pechvogel des Wochenendes errungen hat

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Re: DR350SE Neuaufbau der etwas anderen Art

Beitrag von toqunare »

Hallo Zusammen,

Konnte mich nun endlich auch dem Rahmen widmen. In einem meiner ersten Posts hatte ich ja bereits die verschiedenen Problemstellen des Motorrads beschrieben, unter anderem auch den doch recht unschönen Schaden am Rahmen.

Vermutlich ist das Motorrad bei einem früheren Sturz,ob auf der Straße oder im Gelände, auf die rechte Soziusfußraste aufgeschlagen. Dabei wurde die untere Heckstrebe an dieser Stelle regelrecht eingedrückt. Die Halterung der Soziusfußraste ist dabei ebenfalls gebrochen und anschließend eher schlecht als recht wieder instand gesetzt worden.

Aufgrund dieses Schadensbildes bestand natürlich auch der Verdacht, dass sich durch den Einschlag möglicherweise das komplette Rahmenheck verzogen hat. Bevor ich also anfange, den eigentlichen Schaden zu reparieren, wollte ich zunächst sicherstellen, dass der Rahmen grundsätzlich noch maßhaltig ist.

Dafür habe ich mir mit dem Laser-CNC-Schneider entsprechende Ösen aus Stahl geschnitten. Damit konnte ich den Rahmen auf einem stabilen Stahltisch positionieren, ausrichten und fixieren. So habe ich jetzt eine vernünftige Referenz, um die Geometrie des Rahmenhecks zu kontrollieren und anschließend die beschädigten Bereiche wieder sauber instand zu setzen.

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Wie man auf den folgenden Bildern gut erkennen kann, sind die beiden Unterzüge bzw. Motorunterzüge des Rahmens noch absolut gerade. Auch der Übergang vom Heckrahmen zum Hauptrahmen steht sauber im Wasser.

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Wie bereits vermutet, war allerdings an der hinteren Endspitze des Heckrahmens ein deutlicher Verzug vorhanden. Da ich den Rahmen an den Befestigungspunkten der Soziusfußrasten sauber und stabil auf dem Stahltisch fixieren konnte, hatte ich eine vernünftige Referenz und konnte gezielt gegen den Verzug arbeiten.

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Mit einer etwa zwei Meter langen Brechstange konnte ich den Heckrahmen dann vorsichtig Stück für Stück zurückbiegen. Durch kontrolliertes Hebeln und Drücken ließ sich das Heck letztendlich wieder sauber ausrichten, sodass die Enden des Heckrahmens wieder ordentlich in der Waage stehen.


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Nachdem der Rahmen so gut wie möglich ausgerichtet war und anschließend fest mit dem Stahltisch verbunden wurde, sodass sich absolut nichts mehr bewegen konnte, habe ich die ersten beiden Schnitte gesetzt.

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Auf den nächsten Bildern kann man sehr gut erkennen, wie massiv die Beschädigungen und Verformungen an diesem Rohrstück tatsächlich waren. Das Rohr war nicht nur deutlich verbogen, sondern an mehreren Stellen regelrecht eingedrückt und deformiert.

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Anschließend habe ich ein neues Stück Rohr auf die passende Länge zugeschnitten und mit zwei speziell angefertigten Hülsen versehen. Diese Hülsen werden später jeweils in das bestehende Rahmenrohr eingeschoben und dienen zusätzlich zur Verstärkung der Verbindung.

Nachdem alles exakt ausgerichtet und positioniert war, wurden die Hülsen zunächst punktverschweißt. Anschließend konnte ich die eigentlichen Schweißnähte an den beiden Verbindungsstellen setzen.

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Nachdem die zuvor aufgearbeiteten Soziusfußrastenhalter wieder an ihren ursprünglichen Positionen angeheftet und auch das Halteblech für den Ausgleichsbehälter des Federbeins ausgerichtet und punktverschweißt worden war, konnte anschließend alles sauber verschweißt werden.

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Das Ganze wurde anschließend sauber verschweißt und verschliffen. Dadurch ist von den eigentlichen Reparaturarbeiten am Ende praktisch nichts mehr zu sehen, und das Rahmenrohr sieht wieder so aus, als wäre es nie beschädigt gewesen.

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Damit ist die Reparatur des Rahmenhecks an dieser Stelle abgeschlossen und der Rahmen wieder vollständig instand gesetzt.
Zuletzt geändert von toqunare am 06.09.2026 21:43, insgesamt 1-mal geändert.
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