Hallo Zusammen,
Konnte mich nun endlich auch dem Rahmen widmen. In einem meiner ersten Posts hatte ich ja bereits die verschiedenen Problemstellen des Motorrads beschrieben, unter anderem auch den doch recht unschönen Schaden am Rahmen.
Vermutlich ist das Motorrad bei einem früheren Sturz,ob auf der Straße oder im Gelände, auf die rechte Soziusfußraste aufgeschlagen. Dabei wurde die untere Heckstrebe an dieser Stelle regelrecht eingedrückt. Die Halterung der Soziusfußraste ist dabei ebenfalls gebrochen und anschließend eher schlecht als recht wieder instand gesetzt worden.
Aufgrund dieses Schadensbildes bestand natürlich auch der Verdacht, dass sich durch den Einschlag möglicherweise das komplette Rahmenheck verzogen hat. Bevor ich also anfange, den eigentlichen Schaden zu reparieren, wollte ich zunächst sicherstellen, dass der Rahmen grundsätzlich noch maßhaltig ist.
Dafür habe ich mir mit dem Laser-CNC-Schneider entsprechende Ösen aus Stahl geschnitten. Damit konnte ich den Rahmen auf einem stabilen Stahltisch positionieren, ausrichten und fixieren. So habe ich jetzt eine vernünftige Referenz, um die Geometrie des Rahmenhecks zu kontrollieren und anschließend die beschädigten Bereiche wieder sauber instand zu setzen.
Wie man auf den folgenden Bildern gut erkennen kann, sind die beiden Unterzüge bzw. Motorunterzüge des Rahmens noch absolut gerade. Auch der Übergang vom Heckrahmen zum Hauptrahmen steht sauber im Wasser.
Wie bereits vermutet, war allerdings an der hinteren Endspitze des Heckrahmens ein deutlicher Verzug vorhanden. Da ich den Rahmen an den Befestigungspunkten der Soziusfußrasten sauber und stabil auf dem Stahltisch fixieren konnte, hatte ich eine vernünftige Referenz und konnte gezielt gegen den Verzug arbeiten.
Mit einer etwa zwei Meter langen Brechstange konnte ich den Heckrahmen dann vorsichtig Stück für Stück zurückbiegen. Durch kontrolliertes Hebeln und Drücken ließ sich das Heck letztendlich wieder sauber ausrichten, sodass die Enden des Heckrahmens wieder ordentlich in der Waage stehen.
Nachdem der Rahmen so gut wie möglich ausgerichtet war und anschließend fest mit dem Stahltisch verbunden wurde, sodass sich absolut nichts mehr bewegen konnte, habe ich die ersten beiden Schnitte gesetzt.
Auf den nächsten Bildern kann man sehr gut erkennen, wie massiv die Beschädigungen und Verformungen an diesem Rohrstück tatsächlich waren. Das Rohr war nicht nur deutlich verbogen, sondern an mehreren Stellen regelrecht eingedrückt und deformiert.
Anschließend habe ich ein neues Stück Rohr auf die passende Länge zugeschnitten und mit zwei speziell angefertigten Hülsen versehen. Diese Hülsen werden später jeweils in das bestehende Rahmenrohr eingeschoben und dienen zusätzlich zur Verstärkung der Verbindung.
Nachdem alles exakt ausgerichtet und positioniert war, wurden die Hülsen zunächst punktverschweißt. Anschließend konnte ich die eigentlichen Schweißnähte an den beiden Verbindungsstellen setzen.
Nachdem die zuvor aufgearbeiteten Soziusfußrastenhalter wieder an ihren ursprünglichen Positionen angeheftet und auch das Halteblech für den Ausgleichsbehälter des Federbeins ausgerichtet und punktverschweißt worden war, konnte anschließend alles sauber verschweißt werden.
Das Ganze wurde anschließend sauber verschweißt und verschliffen. Dadurch ist von den eigentlichen Reparaturarbeiten am Ende praktisch nichts mehr zu sehen, und das Rahmenrohr sieht wieder so aus, als wäre es nie beschädigt gewesen.
Damit ist die Reparatur des Rahmenhecks an dieser Stelle abgeschlossen und der Rahmen wieder vollständig instand gesetzt.